Jan Švankmajer

Jan Švankmajer wurde in Prag geboren. Er ist nicht nur Filmemacher, sondern auch ein Poet, Zeichner und Objektkünstler. Durch seine surrealistischen Animationen und Filme wurde er international bekannt.

Er arbeitet mit einer von ihm über Jahrzehnte hinweg entwickelten Stop-Motion-Technik. Diese Technik benutzt er in allen seinen Filmen und lässt damit unbelebte Sachen lebendig werden. Er kombiniert sie aber auch mit echten Filmaufnahmen.
Der Einsatz von Ton, Wasser, Stein und stark übertriebenen Geräuschen/Klängen ist sein Merkmal.

Da die Hauptquellen seines Schaffens eigene Kindheitserlebnisse und Träume sind, erzählen seine Kurzfilme meist von surrealen, (alb)traumartigen Geschichten. 

“Ich habe die Tür zu meiner Kindheit nie geschlossen und führe auch ständig eine Art Dialog mit ihr. Sie ist eine erstaunliche Quelle für das Schaffen, genauso wie die Erotik oder der Traum.”

 

Viele seiner Filme sind beunruhigend, düster und sogar etwas agressiv. Švankmajer ist nicht zufrieden mit der Welt, so wie sie ist. Diese Unzufriedenheit betrifft aber nicht nur sein ehemaliges Leben in der kommunistischen Tschechoslowakei. Sein Pessimismus ist universell und dauert bis heute an. 

“Ich denke, dass die ganze Welt, die ganze Zivilisation in der Krise ist. Es sieht so aus, als ginge ein Zivilisations-Zyklus dem Ende zu. Faschismus und Stalinismus sind nur Geschwüre auf dem kranken Körper dieser Zivilisation.”

 

Trotzdem hat er auch eine Menge Humor. Viele seiner Filme sind schwarze Komödien, manche haben sogar Slapstick-Qualität.

Švankmajer erhielt 30 Preise und Auszeichnungen. Seine bekanntesten Filme sind Alice (1988), Faust (1994), Conspirators of Pleasure (1996) und Otesánek (2000). Letztgenannter Film erhielt 2002 den Böhmischen Löwen, den nationalen Filmpreis Tschechiens.