Roland Barthes

Philosoph, Kultur- und Literaturtheoretiker

 

Roland Barthes gehört zu den originellsten französischen Denkern der Nachkriegszeit. Er gilt als Mitbegründer der Semiotik, der Wissenschaft vom Wesen und Gebrauch der Zeichen. Sein Schreibstil ist teils unorthodox, mehr ein Strom von Gedanken als Wissenschaft. In seinen Werken vermischt er verschiedene Methoden wie Dekonstruktion, Marxismus, Psychoanalyse, Strukturalismus, um gesellschaftliche und kulturelle Phänomene wie Filme, Fotografie, Literatur, Mode, Werbung oder die Liebe zu untersuchen. Als Kritiker zu aktuellen und literarischen Ereignissen löst er oft scharfe Auseinandersetzungen mit anderen Denkern seiner Zeit aus.

 

Roland Barthes wird in Cherbough, Manche geboren. Nach dem Tod seines Vaters in einer Seeschlacht 1916, ziehen Barthes und seine Mutter Henriette Binger Barthes nach Bayonne und 1924 schließlich nach Paris. Seine Kindheit hat er trotz finanzieller Not „als nicht unglücklich“ in Erinnerung, vor allem die enge Bindung zu seiner Mutter betont er. In Paris studiert er an der Sorbonne Klassische Literatur, Antikes Theater, Grammatik und Sprachwissenschaft und schließt das Studium 1943 ab. In den Vierziegerjahren verbringt Barthes mehrere Aufenthalte in Sanatorien aufgrund einer Lungentuberkulose. In dieser Zeit arbeitet er unter anderem als Lehrer an den Gymnasien Voltaire und Carnor in Paris, als Bibliothekargehilfe, Französischlehrer in Bukarest und Lektor an der Universität von Alexandria. Ende 1950 kehrt er nach Paris. 1953 erscheint sein erstes Buch Am Nullpunkt der Literatur, 1957  das kultursemiotische Werk Mythen des Alltags. Es folgen weitere Lehrberufe bis er 1962 zum Direktor der Pariser Hochschule École pratique des hautes étude ernannt wird. Weitere bekannte sprachwissenschaftliche Werke sind Die Sprache der Mode (1967), Im Reich der Zeichen (1970) und das kommerziell erfolgreichste Buch Fragmente einer Sprache der Liebe (1977), in der er subtil seine Homosexualität offen legt. 1977 stirbt seine Mutter, mit der er bis dahin zusammengelebt hat. Ihren Tod verarbeitet er in seiner letzten Publikation Die helle Kammer. 1980 stirbt Roland Barthes an de Folgen eines Autounfalls in Paris.

 

 

Verfasst von Majada Ramadan | Visuelle Kommunikation | SoSe 2014