The Art of Seeing

Huxley erkrankte im Alter von 16Jahren selbst an einer schwerwiegenden Netzhaut-Entzündung wodurch er beinahe 3Jahre lang zu 80% blind war.

Er beschäftigte sich viel mit Theorien zur Heilung von Fehlsichtigkeiten und stieß unter Anderem auch auf die umstrittene Bates-Methode, auf welche er in seinem Werk "The Art of Seeing" direkten Bezug nimmt und weiter ausbaut.

Er kritisiert den allgemeinen Glauben der Irreparabilität von Augenkrankheiten und behauptet, dass sich das Sehorgan, wie sonstige Organe, auch selbst heilen kann, wenn man die richtigen Voraussetzungen hierfür schafft. 

Symptomale Behandlungsmethoden wie zum Beispiel das Tragen von Brillen hält er für nicht sinnvoll, da hierdurch dem Auge jede Chance genommen wird, selbst wieder zur gewohnten Sehkraft zu gelangen.

Er geht davon aus, dass viele Sehstörungen auf psychologischen Ursachen beruhen und dadurch die natürliche Dynamik des Sehorgans beeinträchtigt wird.

Zum Beispiel durch eine "verspannte" Lebensweise, die sich physiologisch in einer verkrampften Augenmuskulatur widerspiegelt.

Seine Methoden zum Wiedererlangen der Sehkraft zielen darauf ab, das Sehen als psychophysiologische Kunst wieder neu zu erlernen, wie es Säuglinge unbewusst in der Anfangsphase ihres Lebens tun.

Huxley gliedert den Sehvorgang in 3 Schritte:

#1 Wahrnehmen: 

Der rein-physiologische Teil, der das Rohmaterial für das Sehen liefert.

#2 Auswählen: 

Ein bestimmtes Element wird aus dem Sichtbereich gewählt und fokussiert.

#3 Erkennen: 

Das Ausgewählte wird als Erscheinung eines Gegenstandes der Außenwelt wahrgenommen und mit Bedeutung verknüpft, die auf der Erfahrung des Individuums beruht.

Ein interessanter Gedanke hierzu: The more you know, the more you see.

Zum Beispiel sieht ein in Mikroskopie erprobter Wissenschaftler weitaus mehr wenn er durch das Okular schaut als andere.

Ein Modell hierzu:

The more you know, the more you sense.

The more you sense, the more you select.

The more you select, the more you perceive.

The more you perceive, the more you remember.

The more you remember, the more you learn.

The more you learn, the more you know.

Für Gestalter ist es wichtig, aussagestarke Bilder zu schaffen, die lange in der Erinnerung des Betrachters bleiben und zu einer Erfahrung des Betrachters werden, anderenfalls haben die Bilder keinen Wert.