Nea Machina
Die Kreativmaschine

Das Buch Nea Machina lässt seinen Leser an einem Kreativexperiment teilhaben. Die Autoren Thomas und Martin Poschauko, 1980 in Rosenheim geboren, stellten sich die Aufgabe, innerhalb von vier Monaten möglichst viele verschiedene formale Varianten zweier vorgegebenen Elemente "Porträt" und Schriftzug "Nea Machina" zu erzeugen. Hierbei sind schließlich über 1000 Varianten und unzählige verschiedene Stile entstanden.

 

Während ihrer Arbeit fragen sich die Poschauko Brüder immer wieder, wie sich Kreativität und strukturelles Denken zusammenbringen lassen.
Durch die Analyse ihres eigenen Arbeitsprozesses entwickeln die Zwillingsbrüder ihre eigene Kreativmethode "Kopf - Bauch - Hand - Computer".
Ins Besondere teilen sie die Vorgehensweise ihres Arbeitsprozesses in 2 Ebenen:

  • Ideen Ebene
  • Werkzeug Ebene

Die Ideen Ebene impliziert die Arbeit von Kopf und Bauch. Das Arbeiten mit dem Kopf meint eine konzeptionelle, planerische Herangehensweise. Arbeiten wir aus dem Bauch heraus, sprechen die Brüder von einer gefühlsbetonten, nicht rationalen Herangehensweise.
Die Werkzeug Ebene meint die Arbeit mit den eigenen Händen oder die des Computers.

Diese Ebenen sind jedoch nicht voneinander zu trennen, sondern viel mehr geht es darum diese miteinander zu verknüpfen und ein ausgewogenes Maß aller 4 Komponenten -Hand, Kopf, Bauch, Computer- zu finden. Konzentriert man sich zu sehr auf eine Komponente führt dies meist zu Zeitverlust und man wird antriebslos. Diese Erfahrung beschreiben die Brüder als das "Rotationsprinzip ihrer Kreativmaschine" und somit als den Motor für ihre Gestaltung.

Im ersten Drittel des Buches findet der Leser genau solche "Thesen zur Gestaltung und Kreativität". Diese sind als eine Art Sammlung von Erkenntnissen zu betrachten.

Die nachstehenden 300 Seiten zeigen die visuelle Umsetzung des Projektes.
Sie erinnern außerdem daran, dass kreative Prozesse auch Grenzen überschreiten und traditionelle Methoden der Gestaltgebung miteinbeziehen. Es wird skizziert, gezeichnet, und fotografiert. Darüber hinaus entstehen Bastelarbeiten, Animationen Collagen, Linol- und Holzschnitte. Auf ihrer Interntseite http://www.neamachina.com/ kann man erste visuelle Eindrücke gewinnen. 

Besonders auszeichnend für ihre Arbeit ist ihre Unermüdlichkeit: Man hat den Eindruck die Ideen für dieses eine Porträt und diesen einen Schriftzug "Nea Machina" sind endlos. Hierin erkennt man den experimentellen, spielerischen Umgang mit Gestaltung, den die Brüder verinnerlicht haben. Nicht nur deswegen, bekommt man den Eindruck wie ein Sog in das Experiment reingezogen zu werden. Woraus schließlich die Lust zum eigenen Arbeiten erfolgt.

Des Weiteren unterrichten die Poschaukos über diverse Wahrnehmungsstudien und die Kunst des eigenen Beobachtens. Sie weisen den Leser daraufhin, dass Beobachten viel mehr ist, als beispielsweise das Aufzählen von Dingen. Ein guter Beobachter nimmt verborgene Muster, Spannungen und Widersprüche wahr, sowie Rhythmus und überraschende Gemeinsamkeiten. Dies lässt den Beobachter dann zu Erkenntnissen gelangen, aus denen sich kreative Lösungen ergeben.

Zum Schluss noch ein Zitat von Jochen Rädekers: "Den Autoren ist es gelungen, den Kreativprozess sichtbar und erlebbar zu machen. Nea Machina hat das Zeug zur Kreativbibel unserer Tage."

 

 

 

 

Portrait 02 aus dem Buch Nea Machina

Abbildungsnachweis

  1. Porträtvarianten, Martin und Thomas Poschauko, 2010, Urheberrecht bei Martin und Thomas Poschauko.
  2. Schriftzugvarianten, Martin und Thomas Poschauko, 2010, Urheberrecht bei Martin und Thomas Poschauko.
  3. Arbeiten mit Schrift, Martin und Thomas Poschauko, 2010, Urheberrecht bei Martin und Thomas Poschauko.
  4. Holzschnitt, Portrait 02 aus dem Buch Nea Machina, Martin und Thomas Poschauko, 2010, Urheberrecht bei Martin und Thomas Poschauko.